Zahnspange

Schöne gerade Zähne sind keine Selbstverständlichkeit, sondern unter Umständen harte Arbeit für Patienten und auch Zahnärzte. Dann nämlich, wenn eine Zahnspange eingesetzt werden muss. Das ist meistens im Teenager-Alter der Fall, aber auch viele Jahre später können auch Erwachsene eine Zahnspange tragen. Das empfiehlt sich nämlich, weil schiefe Zähne nicht nur unschön aussehen, sondern auch günstige Bedingungen für Entzündungen am Kauapparat sorgen können. Unser 11880.com-Zahnarzt-Ratgeber erklärt, wie die Zahnkorrektur mit der Zahnspange funktioniert.

Was ist eine Zahnspange?

Maedchen mit Zahnspange
© karelnoppe - istockphotos.com

Eine Zahnspange ist die ideale Lösung bei Zahnfehlstellungen. Besonders häufig wird sie im frühen Teenager-Alter eingesetzt, dann nämlich, wenn bei jungen Menschen die bleibenden Zähne vollständig durchgebrochen sind und die Milchzähne ersetzt haben. Zur Zahnkorrektur ist aber auch eine Zahnspange für Erwachsene durchaus möglich. Zahnspangen bestehen in der Regel aus Metall, Kunststoff oder Keramik und können sowohl fest als auch herausnehmbar sein. Ziel der Behandlung sind kleine aber beständige Zahnbewegungen in die gewünschte Position.

Wann Zahnspange einsetzen?

In der Wachstumsphase der Zähne lässt sich die Zahnkorrektur durch die Zahnspange noch am besten bewerkstelligen, denn mit dem Alter und wenn das Kiefer-Wachstum abgeschlossen ist, dauert die Zahnkorrektur wesentlich länger. Wenn die Zähne bei jungen Menschen gerade erst durchgebrochen sind und der Kiefer noch im Wachstum ist, lässt sich die Zahnkorrektur schneller und leichter durchführen.

Wann brauche ich eine Zahnspange?

Ob Sie eine Zahnspange brauchen oder vielleicht Ihr Kind, erkennen Sie in erster Linie an der Stellung und Ausrichtung der Zähne. Zahnspangen werden sehr oft aus kosmetischen Gründen verwendet, es können durch Zahnfehlstellungen aber auch Störungen beim Kauen und Schlucken, Sprachfehler oder sogar Atmungsprobleme auftreten. Dabei besteht grundsätzlich der Unterschied zwischen zu weit auseinander liegenden Zähnen und sich überlappenden Zähnen.

Achtung: Karies!

Zahnspange sauber
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Letztere können ein erhöhtes Kariesrisiko mit sich bringen, denn durch die Überlappung wird Plaque ein zusätzlicher Raum geboten, den Sie bei normalem Zähneputzen eventuell nur schwer erreichen können. Langfristig kann hier Zahnkorrektur durch eine Zahnspange helfen, kurzfristig müssen solche besonderen Zahnzwischenräume regelmäßig mit Zahnseide oder einer Interdentalzahnbürste gereinigt werden, um Karies vorzubeugen.

Feste Zahnspangen

Ist die Diagnose gestellt, gilt es, die richtige Zahnspange auszuwählen. Einen grundsätzlichen Unterschied machen Zahnärzte zwischen festen und losen Zahnspangen. Die feste Zahnspange ist die richtige Wahl für grobe Zahnfehlstellungen. Sie übt einen erheblich größeren Zug aus als die lose Zahnspange und verbleibt durchschnittlich ca. anderthalb Jahre im Mund. Die Zähne werden in der durchschnittlich zwei- bis dreistündigen Behandlung mit Brackets versehen, die meist auf den Zahnschmelz eingearbeitet werden müssen. Sie dienen als Verankerung für Bänder oder Bögen aus Keramik oder Metall. Je nach Ausrichtung der Slots auf den Brackets ergibt sich die spätere Richtung, in die der Zahn bewegt wird. Dieses System ist sehr effektiv, aber aufgrund seiner deutlichen Sichtbarkeit bei vielen Patienten unbeliebt und kann durch die so genannte unsichtbare Zahnspange ersetzt werden. Bei dieser Methode werden die Brackets auf der Rückseite der Zähne angebracht.

Vorteile feste Zahnspange:

  • kann so gut wie alle Fehlstellungen korrigieren
  • Feineinstellungen durch Justieren der Brackets möglich
  • keine Beeinträchtigungen
  • sehr gut vorhersehbares Ergebnis

Nachteile feste Zahnspange:

  • lang anhaltende Schmerzen möglich
  • schwere Reinigung
  • erhöhtes Reinigungsbedürfnis
  • Brackets müssen in Zähne geätzt werden
  • erhöhtes Entzündungsrisiko rund um die Brackets
  • Optik

Lose Zahnspangen

Tendenziell raten Zahnärzte bei leichteren Zahnfehlstellungen eher dazu, eine lose Zahnspange zu verwenden. Zahnspangen wie die aktiven Platten, Aktivator oder Gesichtsbogen haben auch den korrigierenden Effekt auf die Zähne, sind aufgrund des geringeren Zugs aber nur für leichtere Fehlstellungen geeignet und die Korrektur dauert länger. Dafür haben Patienten die Vorteile, dass die Zahnspange herausnehmbar ist, zum Beispiel zum Schlafen, zum Essen oder auch zur Reinigung. Letztere geht nämlich mit einer losen Zahnspange viel besser vonstatten und die Zähne müssen nicht bearbeitet werden. Der vielleicht größte Nachteil dieser Zahnspangen liegt darin, dass ihre Träger mitarbeiten, sie also konsequent tragen müssen, damit sich überhaupt der gewünschte Behandlungserfolg einstellen kann.

lose Zahnspange
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Nachteile lose Zahnspange:

  • viele Varianten
  • auch für leichte Fehlstellungen
  • sehr gut zu reinigen
  • Zähne müssen nicht vorbehandelt werden
  • nachts oder beim Essen herausnehmbar

Vorteilelose Zahnspange:

  • Patient muss konsequent mitarbeiten
  • geringer Effekt
  • Korrektur dauert länger

Wie lange muss man die Zahnspange tragen?

Der Behandlungserfolg stellt sich mit losen Zahnspangen durchschnittlich langsamer ein als mit festen Exemplaren. Anderthalb bis drei Jahre können durchaus sein, um aus den ehemals krummen Zähnen ein schönes, gerade und funktionstüchtiges Gebiss zu machen. Vor allem bei Erwachsenen kann dies jedoch noch länger dauern, da das Kieferwachstum hier schon längst abgeschlossen ist. Wird die Behandlung mit der Zahnspange zu früh beendet oder wird die lose Zahnspange nicht konsequent genug getragen, können die Zähne sich unter Umständen sogar in ihre ursprüngliche Position zurück entwickeln.


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