Amalgam

Kann man heutzutage überhaupt noch einer Amalgamfüllung vertrauen oder nicht? Eine Frage, die sich immer noch viele Zahnarztpatienten stellen, die eine Zahnfüllung brauchen. Fakt ist, dass es viele Zweifler gibt, die behaupten, Amalgam sei giftig für den menschlichen Körper. Fakt ist aber auch, dass mehrere Studien keinen direkten Zusammenhang zwischen einer Amalgamfüllung und wie auch immer gearteten Beschwerden herstellen konnten. Neben dieser Grundsatzdiskussion ist Amalgam ein ebenso altbewährtes wie solides Material für Zahnfüllungen. Unser 11880.com-Zahnarzt-Ratgeber stellt die Fakten rund um Amalgamfüllungen vor.

Wann braucht man eine Zahnfüllung?

Amalgam
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Es kann im Leben immer einmal wieder vorkommen, dass ein Zahn Schaden nimmt. Die Zähne sind andauernd mechanischen und bio-chemischen Einflüssen ausgesetzt, die an der Zahnsubstanz Schäden hinterlassen können. Vor allem Karies ist einer der Hauptgründe, warum fast jeder Mensch wenigstens einmal wegen einer Zahnfüllung zum Zahnarzt gehen muss.

Warum Amalgamfüllung?

Amalgam ist für diesen Zweck ein sehr weit verbreitetes und häufig verwendetes Material. Schon im 19. Jahrhundert begann man in der Zahnmedizin damit, Zähne mit Amalgam zu füllen. Das Metallgemisch ist also sehr bewährt in der Anwendung und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Amalgamfüllungen vollständig.

Warum nicht Amalgamfüllung?

Ein Gegenargument wäre die tatsächliche gesundheitliche Gefahr, sofern sie denn von Amalgam in Zähnen ausginge. Das konnte aber in mehreren Studien nicht nachgewiesen werden. Das Metallgemisch aus dem Amalgamrüttler kann also nicht direkt für Quecksilbervergiftungen oder ähnliche Beschwerden verantwortlich gemacht werden. Einige Studien besagen sogar, dass die Quecksilberzufuhr über die Nahrungsaufnahme höher sei. Ziemlich einig sind sich Experten und Studien darin, dass Amalgamfüllungen nicht für Schwangere, Kinder und Menschen mit Nierenleiden geeignet sind.

Wann kann Amalgam tatsächlich schaden?

Eine Einschränkung bezüglich der Unbedenklichkeit von Amalgamfüllungen besteht, wenn sich im Mund mehrere unterschiedliche Metalle befinden. Durch die chemischen Reaktionen im Mund zwischen den unterschiedlichen Metallen können Spurenelemente von Amalgam tatsächlich in den Organismus gelangen, das ist aber auch bei den anderen Metallen der Fall. Im Zweifel sollte mit dem Zahnarzt eine mögliche Gefahr durch die gegenseitige Reaktion der Metalle besprochen werden.

Probleme mit Amalgam häufig psychisch

Zudem gibt es auch Menschen, die auf die Wirkungen von Amalgam im Körper gar nicht erst ansprechen. Andere wiederum zeigen Reaktionen auf Amalgamfüllungen, die sie sich sogar selbst einreden. Es ist ungeklärt, welche Beschwerden Amalgam tatsächlich im menschlichen Körper auslöst. Durch den schlechten Ruf der Füllungen scheint es aber vielen Menschen mit Amalgamfüllungen schlechter zu gehen. Sie glauben an die gesundheitsschädlichen Effekte von Amalgam und fühlen sich psychisch besser, wenn der Zahnarzt die Amalgamfüllung entfernt hat.

Problem Farbe

Ein Nachteil von Amalgamfüllungen, der tatsächlich nicht von der Hand zu weisen ist, ist der der unglücklichen Farbgebung. Durch die Metalle im Amalgam hat das Gemisch auch eine klar metallene Farbe. Die sieht natürlich überhaupt nicht zahnfarben aus, weswegen hier anderen Zahnfüllungen wie zum Beispiel Kunststofffüllungen ganz klar im Vorteil sind.

Welche Vorteile hat Amalgam

Neben all diesen - nicht immer erwiesenen - Nachteilen hat Amalgam aber durchaus Vorteile. Die Füllungen sind sehr preiswert, können wirksam gegen Karies sein, werden wie gesagt auch von Krankenkassen übernommen und sind zudem sehr lange haltbar. Zahnfüllungen aus Amalgam sind sehr abriebfest - ungefähr so fest wie der natürlich Zahn - und verbinden sich sehr fest und dicht mit dem Zahn. Somit haben Amalgamfüllungen hier durchaus einen Vorteil gegenüber Kunststofffüllungen.

Wo ist Amalgam besonders geeignet?

Besonders sind Amalgamfüllungen daher in den Backenzähnen geeignet, wo oftmals viel Druck und Reibung entsteht. Hier zeigt sich die Robustheit der Füllungen als besonders nützlich, hier ist aber auch eigentlich der einzige Bereich, wo Amalgam als Füllung infrage kommt, denn wegen der dunklen Farbe wird Amalgam nicht im sichtbaren Bereich verwendet. Ganz im Gegenteil: Bei Füllungen in den Schneidezähnen übernimmt zum Beispiel die Krankenkasse auch die Kosten für alternative Füllungsmaßnahmen, etwa Kunststoff- oder Keramikfüllungen oder zumindest für Verblendungen an den Zahnaußenseiten.


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